Bewerben in der Schweiz: der komplette Leitfaden
Präzise, vollständig und auf die Stelle zugeschnitten: So erwarten Schweizer Arbeitgeber eine Bewerbung. Dieser Leitfaden führt Sie vom Dossier über die Stellensuche bis zum Vorstellungsgespräch und zu den Formalitäten nach der Zusage.
Das Bewerbungsdossier
In der Schweiz verschicken Sie ein komplettes Dossier, meist als ein einziges PDF:
Für kreative oder technische Berufe gehört ein Portfolio oder eine Arbeitsprobe dazu. Referenzen werden oft erst im Gespräch verlangt. Verwenden Sie nie ein Standarddossier: Passen Sie Lebenslauf und Schreiben an die Anforderungen jeder Stelle an.
Wo Sie Stellen finden
- MySwissJob: Tausende Stellenangebote in der ganzen Schweiz, nach Beruf und Ort durchsuchbar.
- arbeit.swiss: das offizielle Portal der öffentlichen Arbeitsvermittlung, mit der Stellenplattform Job-Room.
- LinkedIn: für Netzwerk, Direktkontakt mit Recruiter:innen und internationale Unternehmen.
- Karriereseiten der Unternehmen: viele Stellen werden direkt ausgeschrieben. Mehr im Artikel Die grössten Arbeitgeber der Schweiz.
- Spontanbewerbungen: besonders bei KMU erfolgreich.
- Personalbüros: Mehr dazu im Artikel Temporärarbeit in der Schweiz.
Tipp: Richten Sie Job-Alarme ein, um neue Stellen sofort zu sehen. Gute Stellen werden schnell besetzt.
Finden Sie jetzt die passende Stelle und bewerben Sie sich direkt.
Schweizer Besonderheiten
- Sprachen: oft Voraussetzung, und Gespräche wechseln manchmal spontan die Sprache. Siehe Sprachen am Arbeitsplatz.
- Präzision: Fehler im Dossier wirken in der Schweiz besonders negativ. Lassen Sie gegenlesen und schreiben Sie «ss» statt «ß».
- Bescheidenheit: Selbstbewusst, aber sachlich auftreten. Übertreibungen kommen schlecht an.
- Mehrere Runden: Häufig folgen auf ein erstes Gespräch ein zweites, ein Assessment, eine Fallstudie oder ein Schnuppertag.
- Bewilligung: Nennen Sie Ihre Aufenthalts- oder Arbeitsbewilligung, falls Sie keine Schweizer Staatsangehörigkeit haben.
Das Vorstellungsgespräch
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Unternehmen recherchierenWebsite, Werte, aktuelle News und die Stelle genau kennen.
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Beispiele vorbereitenKonkrete Situationen, in denen Sie Ihre Kompetenzen gezeigt haben.
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Pünktlich und gepflegtPünktlichkeit ist in der Schweiz ein Muss, auch bei Videogesprächen.
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Lohnvorstellung kennenAls Jahreslohn, mit Angabe 12 oder 13 Monatslöhne. Siehe Löhne in der Schweiz.
Stellen Sie am Ende eigene Fragen zur Stelle, zum Team und zur Einarbeitung. Das zeigt echtes Interesse.
Nachfassen und Absagen
Haben Sie nach etwa 10 bis 14 Tagen keine Antwort erhalten, ist eine kurze, höfliche Nachfrage per E-Mail oder Telefon in Ordnung. Nach einem Gespräch können Sie sich mit einer kurzen Nachricht bedanken.
Absagen gehören dazu. Fragen Sie nach einem Feedback und nutzen Sie es für die nächste Bewerbung.
Ein gut vorbereitetes Dossier und ein professioneller Auftritt öffnen Türen.
Formalitäten nach der Zusage
- Vertrag prüfen: Lohn, Probezeit, Ferien und Kündigungsfristen. Tipps: Arbeitsvertrag verhandeln.
- EU/EFTA-Bürger:innen: Sie brauchen eine Bewilligung, erhalten sie dank Personenfreizügigkeit aber in der Regel problemlos. Melden Sie sich nach der Einreise bei der Wohngemeinde an, vor dem Stellenantritt.
- Drittstaatsangehörige: Der Arbeitgeber stellt das Bewilligungsgesuch vor der Einreise; je nach Land ist zusätzlich ein Visum nötig.
- Sozialversicherung: Die Anmeldung bei der AHV übernimmt der Arbeitgeber.
- Krankenkasse: Innerhalb von 3 Monaten nach der Anmeldung eine Grundversicherung abschliessen.
Offizielle Informationen: SEM – Arbeiten in der Schweiz und ch.ch. Aus dem Ausland? Lesen Sie Job in der Schweiz aus dem Ausland finden.
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