Löhne in der Schweiz: Was verdient man wirklich?
Medianlohn, kantonale Mindestlöhne, Unterschiede nach Branche, Ausbildung und Region – plus konkrete Tipps für Ihre Lohnverhandlung. Mit aktuellen Zahlen des Bundesamts für Statistik.
Das Schweizer Lohnniveau auf einen Blick
Die Schweiz hat eines der höchsten Lohnniveaus Europas. Hier die Eckwerte der Lohnstrukturerhebung 2024, umgerechnet auf eine Vollzeitstelle.
Die Hälfte der Vollzeitstellen verdient mehr, die andere Hälfte weniger (brutto, 2024).
Ein Zehntel der Stellen liegt unter diesem Bruttomonatslohn.
Ein Zehntel der Stellen liegt über diesem Bruttomonatslohn.
Differenz beim Medianlohn, 2022 lag sie noch bei 9,5 %.
Quelle: Bundesamt für Statistik (BFS), Schweizerische Lohnstrukturerhebung 2024, publiziert im November 2025. Bruttolöhne, standardisiert auf 40 Wochenstunden (Vollzeit).
Kein nationaler Mindestlohn, aber kantonale Regeln
Die Schweiz kennt keinen landesweiten Mindestlohn. Fünf Kantone haben einen eigenen gesetzlichen Mindestlohn eingeführt. In allen anderen Kantonen setzen oft Gesamtarbeitsverträge (GAV) die Lohnuntergrenze.
| Kanton | Mindestlohn 2026 | Ca. pro Monat* |
|---|---|---|
| Genf | CHF 24.59 / Std. | ca. CHF 4’475 |
| Basel-Stadt | CHF 22.20 / Std. | ca. CHF 4’040 |
| Jura | CHF 21.40 / Std. | ca. CHF 3’895 |
| Neuenburg | CHF 21.35 / Std. | ca. CHF 3’886 |
| Tessin | CHF 20.00–20.50 / Std. (je nach Branche) | ca. CHF 3’640–3’730 |
* Hochgerechnet auf eine 42-Stunden-Woche. Die Mindestlöhne werden regelmässig an die Teuerung angepasst; massgebend sind die Angaben der Kantone. Auch einzelne Städte wie Luzern, Zürich und Winterthur haben kommunale Mindestlöhne beschlossen; das Inkrafttreten ist teilweise noch offen.
Was Ihren Lohn wirklich beeinflusst
Branche, Ausbildung und Arbeitsort machen in der Schweiz schnell mehrere Tausend Franken pro Monat aus.
Banken top, Gastro unten
Banken zahlen im Median rund CHF 10’723, die Gastronomie rund CHF 4’744, die Beherbergung rund CHF 4’715 und die persönlichen Dienstleistungen rund CHF 4’496 pro Monat. Auch Pharma, IT und Versicherungen liegen deutlich über dem Schnitt.
Bildung zahlt sich aus
Mit Universitätsabschluss liegt der Medianlohn bei rund CHF 10’533, mit Fachhochschule bei CHF 9’288 und mit einer Lehre (EFZ) bei CHF 6’390. Mehr dazu auf unserer Seite Diplome in der Schweiz.
Zürich vor dem Tessin
Die Region Zürich führt mit einem Medianlohn von rund CHF 7’502, das Tessin liegt mit rund CHF 5’708 am tiefsten. Dafür sind auch Mieten und Lebenskosten regional sehr unterschiedlich.
Auf unseren Berufsseiten finden Sie für zahlreiche Berufe einen Richtlohn, die Anforderungen und die Anzahl aktueller Stellen. Starten Sie direkt bei den Stellenangeboten.
Schweiz und Deutschland im Vergleich
Schweizer Löhne liegen deutlich höher als in den Nachbarländern. Ein fairer Vergleich berücksichtigt aber auch Arbeitszeit, Lebenskosten und Steuern.
| Indikator | Schweiz | Deutschland |
|---|---|---|
| Medianlohn brutto (Vollzeit) | CHF 7’024 / Monat (2024) | ca. € 4’500 / Monat (€ 54’066 / Jahr, 2025) |
| Gesetzlicher Mindestlohn | Kein nationaler; kantonal CHF 20.00–24.59 / Std. | € 13.90 / Std. (2026) |
| Übliche Wochenarbeitszeit | rund 42 Stunden | rund 38–40 Stunden |
| 13. Monatslohn | Weit verbreitet (vertraglich) | Eher Weihnachts- oder Urlaubsgeld |
| Gesetzliche Ferien | Mind. 4 Wochen (5 Wochen bis 20 Jahre) | Mind. 20 Tage bei 5-Tage-Woche |
| Lebenshaltungskosten | Hoch (v. a. Miete, Krankenkasse) | Mittel |
Quellen: BFS (Schweiz), Statistisches Bundesamt Destatis (Deutschland). Die Krankenkassenprämie wird in der Schweiz nicht vom Lohn abgezogen, sondern separat bezahlt.
Entdecken Sie Stellenangebote in Zürich, Basel, Bern, Luzern und der ganzen Schweiz.
Was vom Bruttolohn übrig bleibt
Vom Bruttolohn werden die Sozialversicherungsbeiträge direkt abgezogen. Zusammen machen sie meist rund 12 bis 15 % aus, je nach Alter und Pensionskasse.
Offizielle Informationen zu Steuern und Sozialversicherungen finden Sie auf ch.ch, dem Portal von Bund und Kantonen.
5 Tipps für mehr Lohn
-
Marktlohn kennenVergleichen Sie Lohnstatistiken für Ihren Beruf, Ihre Branche und Ihren Kanton, z. B. beim BFS oder in einem allfälligen GAV.
-
Jahreslohn nennenIn der Schweiz wird oft über den Jahreslohn gesprochen. Klären Sie, ob er 12 oder 13 Monatslöhne umfasst.
-
Stärken belegenDiplome, Sprachkenntnisse und Arbeitszeugnisse sind Ihre besten Argumente. Ein anerkanntes Diplom kann den Lohn klar beeinflussen.
-
Region berücksichtigenDerselbe Job kann in Zürich oder Genf mehr einbringen als im Tessin, aber auch mehr kosten. Rechnen Sie mit Miete und Pendelweg.
-
Zusatzleistungen verhandelnFerientage, Homeoffice, Weiterbildung, Bonus oder ein höherer Pensionskassenbeitrag des Arbeitgebers sind oft verhandelbar.
Häufige Fragen zu Löhnen in der Schweiz
Wie hoch ist der durchschnittliche Lohn in der Schweiz?
Der Medianlohn für eine Vollzeitstelle lag 2024 bei CHF 7’024 brutto pro Monat. Je nach Branche, Ausbildung und Region liegen die Löhne aber deutlich darüber oder darunter.
Gibt es in der Schweiz einen Mindestlohn?
Einen nationalen Mindestlohn gibt es nicht. Genf, Basel-Stadt, Jura, Neuenburg und das Tessin haben kantonale Mindestlöhne. In vielen Branchen gelten zudem Mindestlöhne aus Gesamtarbeitsverträgen (GAV).
Ist der 13. Monatslohn Pflicht?
Nein, gesetzlich ist er nicht vorgeschrieben. Er ist aber sehr verbreitet und oft im Arbeitsvertrag oder im GAV festgelegt. Prüfen Sie diesen Punkt vor der Unterschrift.
Wie viel bleibt netto vom Bruttolohn?
Nach Abzug der Sozialversicherungen bleiben meist rund 85 bis 88 % des Bruttolohns. Wer Quellensteuer zahlt, hat zusätzlich die Steuer abgezogen. Die Krankenkasse wird separat bezahlt.
Welche Berufe sind in der Schweiz am besten bezahlt?
Besonders hoch sind die Löhne in Banken, Versicherungen, Pharma und IT sowie in Kaderpositionen. Eine höhere Ausbildung zahlt sich aus. Mehr dazu auf unserer Seite Diplome in der Schweiz und in den aktuellen Stellenangeboten.
Ihr Schweizer Lohn beginnt mit der richtigen Stelle.
Vergleichen Sie Angebote und bewerben Sie sich in wenigen Klicks.